Mittwoch, 13. Juli 2016

Back to the roots

Der letzte Monat hat viel von uns abverlangt...Ich habe viel nachgedacht, war traurig und wütend, auch enttäuscht und ziemlich entmutigt.
Die Frage, nach dem Sinn des Bloggens, war eine von vielen, die mich sehr beschäftigt hat!



Umso verwunderter und auch etwas erleichtert war ich, als ich feststellte, dass diese Frage gerade an vielen Fronten aufkam. Beispielsweise befindet sich Susn von raxn gerade im Umbruch...bei Sindy von "Mein gewisses Etwas" hat die Frage nach dem Sinn des Nähbloggens eine Umfrage ins Leben gerufen (1. im Interview ist Elke von "Elle Puls") und Antjes schöner Blog "fairy & snail" war plötzlich weg, schade!


Wie ist das nun bei mir? Warum blogge ich? Warum bin ich mit dem Bloggen so unzufrieden geworden? Und, möchte ich überhaupt weitermachen?
Um Antworten auf diese Fragen zu finden habe ich tief in mich hineingehorcht, aber auch ein bisschen Feedback von außen eingefordert...nicht zuletzt machen mir die lieben Kommentare Mut, die meine etwas andere Art zu bloggen durchaus unterstützen!!!

VIELEN DANK DAFÜR!!!


Festellen konnte ich ich auf jeden Fall, dass ich von den "großen Blogs" geradzu überwältig, oder eher erschlagen war. Während ich überlege, was ich nähen könnte, klingelt die Bloglovin`App 2x...während ich nähe weitere 13x...und bevor ich halbwegs ordentliche Fotos habe, konnte ich das "BING" der neuen Post schon gar nicht mehr zählen...



Dadurch habe ich mich selbst extrem unter Druck gesetzt...fieberhaft nach neuen Schnitten, passenden Stoffen und einer Lücke im Familienalltag gesucht, um endlich wieder "dabei" zu sein... damit ich den Anschluss nicht verpasse...

Doch woran eigentlich? Das bin nicht ich...ich nähe nicht nach Linkparty-Datum, sondern nach Bedarf. Ich habe Freude daran Schnitte zu verändern und lasse mir dabei dementpsrechend viel Zeit. Die Freude am Nähen ist meine eigentliche Motivation, die zwischenzeitlich sogar abhanden gekommen ist! Abgesehen davon brauch ich nicht jede Woche 3 neue Shirts...wohin denn damit?


Der Austausch mit Freunden und Kollegen hat mich darin bestärkt das zu tun, was ich schön finde. Und zwar weil es mir Spaß macht, einfach so...und nicht, weil ich mich einreihen möchte...

Und so habe ich mich in mein Nähzimmer gesetzt und mal wieder meine Bücher durchgeblättert. Dabei bin ich auf "Happy Homemade vol. 1" gestoßen, das mir meine liebe Hausgemeinschaft vor 2 (!!!) Jahren zum Geburtstag geschenkt hat. Schlichte, schöne und unaufgregte Schnitte im japanischen Stil...(leider) in französischem Text, doch GOOGLE macht ja zum Glück alles möglich!
Und so habe ich mir eine "Robe a plastron volante" genäht...in der Weite ziemlich viel weggenommen (vielleicht 10 cm?!), die Ärmel ebenfalls um 10cm gekürzt und auch das gesamte Kleid etwas kürzer gemacht, da ich gerne Leggins trage.


Und so gefällt es mir schon ganz gut, mit dem eckigen Ausschnitt der ein bisschen an DIESES Shirt erinnert und den Covernähten, die sich langsam sehen lassen können! Auch die Sache mit dem Beleg gefällt mir gut, das sieht irgendwie edel aus und ist ein kleiner Eyecatcher...

Für alle Lieben, die hin und wieder über meine Seite stolpern und sich fragen, wie ich mit 4 Kindern zum Nähen komme...


Selten mache ich etwas am Tag und wenn doch, dann robbt ein Baby über mein Schnittmuster...meist nähe ich, wenn die Kinder im Bett sind oder dann, wenn mal jemand da ist, um die kleinen Gurken zu bespaßen -- wünscht sich das Tochterkind zB. ein Shirt, dann ist es ihre Aufgabe die halbe Stunde Babyentertainer zu sein, damit ich es fertig stellen kann.
Wenn der Lieblingsmann hin und wieder eine Runde mit den Kleinen dreht, kann ich immerhin 2h zusammenhängend arbeiten.

Wie geht es euch mit dem Bloggen? Was ist eure Motivation? Habt ihr euch auch schonmal "verrannt"?

Und jetzt wünsche ich euch einen tollen MeMadeMittwoch und bin gespannt auf die vielen anderen Werke!

Liebste Grüße

Julia

Schnitt: Happy Homemade vol. 1, Modell R

Stoff: Jersey in Jeansoptik über Michas Stoffecke

Verlinkt: MeMadeMittwoch

Kommentare:

  1. Nicht entmutigen lassen. Nicht anfeuern lassen, sondern eben in sich hineinhorchen und das tun was man selbst mag. Die einen nähen schnell, die anderen langsam. Die einen sorgfältig, die anderen nicht. Die einen planen länger als sie nähen - eben alle so wie sie es möchten.
    blogtiefs und Sinnfragen kommen immer wieder. Auch hier hilft sicher die Herzensfrage.
    4 Kinder und nähen - auch das geht. Es ist eine Frage der Einteilung, der Unterstützung, der Prioritäten.
    Nun denn, ich hoffe du findest für dich eine Lösung.
    Auf alle Fälle ein schönes unaufgeregtes aber keinesfalls langweiliges Kleid. Ich mag das, und so kleine Details.
    lg monika

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    1. Vielen Dank Monika!
      Ich hoffe sehr, dass es das jetzt erstmal war und die "Krise" überstanden ist...sodass ich in gewohnter Manier freudig an der Nähmaschine sitzen kann, sodenn es die Zeit zulässt!!!

      Liebste Grüße
      Julia

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  2. Liebe Julia
    Ich unterschreibe jedes Wort.
    Ja, auch ich hätte den Spaß am nähen beinah verloren,weil ich mir zu viel Blogger-Stress gemacht habe.
    Warum ich blogge? Weil ich das nähen liebe und gerne festhalte was an meiner Nähmaschine entsteht. Gerne führe ich auch über die Kommentare Austausch.
    Aber ich möchte nicht berühmt werden, noch werde ich jemals (Fr)ebooks, Stoffe oder sonstiges herausbringen. Dafür habe ich kein Talent. Ich hoffe einfach das man auf meinem Blog spürt, wie gerne ich nähe. Mehr ist mein Blog nicht, aber auch nicht weniger.
    Sich habe ich erst vor kurzem entdeckt, finde es aber sehr schön und bin froh, dass du weiterhin deine nähstücke zeigst.
    Liebe grüße
    Maria

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    1. Danke Maria!!!
      Bei der Flut an Bildern, Stoff- und Schnitterfindungen ist es wohl leicht geschehen, dass man umgerissen wird.

      Die Erkenntnis darüber, dass man "nur" einen Nähblog ist ist, wie ich finde, sehr viel Wert, denn das entschleunigt die ganze Sache ein wenig...

      Dann halt ich mal die Fahne hoch, für mehr "man-selbst-sein" und mehr Selbstbewusstsein!

      Ganz liebe Grüße
      Julia

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  3. Hallo Julia,

    ich hatte fast ein Jahr mehr oder weniger ungewollt Pause beim Bloggen. In der Zeit habe ich im "Gesichtsbuch" einige Blogs verfolgt und bin zum Teil richtig demotiviert geworden. Irgendwie bin ich mir ein wenig wie ein "Versager" vorgekommen, weil ich nicht jeden Schritt in meinem Leben für die Außenwelt dokumentiert habe, kombiniert mit einem nigelnagelneuen Stoff oder dem hippsten Schnitt, den es grad auf dem Markt gibt. Viele SCHEINEN (ist bestimmt nicht so) in so einer perfekten tri-tra-trullala Welt zu leben und täglich 5 Stunden zum Nähen, Fotografieren und Bloggen zu haben. Alles gebügelt, geschniegelt und perfekt für den Hochglanzkatalog. Was hab ich da schon zu bieten?
    Aber irgendwie habe ich den Weg zurück gefunden. Für mich ist das ein kleiner Kreislauf. Wenn ich nähe, will ich das auch zeigen und von Gleichgesinnten ein wenig "Anerkennung" bekommen (u.a. weil die in meinem realen Umfeld mehr oder weniger ausbleibt). Andersrum denke ich "oh, lange nix gebloggt, "musst" du wohl was nähen". Also ohne Zwang, aber bloggen motiviert mich zum Nähen oder anderweitig kreativ sein und meine kreativen Ergüsse motivieren mich zum Bloggen. Wenn man die eigenen Beiträge eine Weile später sieht, ist es ein klein wenig wie Tagebuch lesen und das finde ich eigentlich am besten daran: Ein Tagebuch meiner Ideen und Werke. Wenn ich dabei noch andere inspirieren kann oder einfach nur unterhalten, ist das doch ein sehr schöner und netter Nebeneffekt. Außerdem lernt man in der Bloggerwelt auch andere nette Menschen kennen und kann ein wenig in ihrem "Tagebuch" rumschnüffeln. Je mehr charmante Ecken und Kanten ich in anderen Blogs finde, desto lieber sind sie mir eigentlich. Kataloge sind, meiner Meinung nach, nicht interessanter, als das echte Leben :-)

    LG
    Hanne

    P.S. Meine Nähzeit gestaltet sich ungefähr wie deine. Oma passt auf, Kinder im Bett, oder Mann muss da durch, die Bande zu bespaßen ;-)

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    1. Liebe Hanne,

      schon verrückt, dass es vielen ähnlich geht! Glaubt man erst, wenn man es liest ;-)
      Den Näh- und Blogkreislauf finde ich super! Und ja, du hast wohl recht...Die besten Inspirationen hab ich auch von kleinen Blogs angesammelt...einfach aus dem Grund, weil mir das näher ist.

      Und spätestens wenn dann alle, so in 10 Jahren ins Ferienlager fahren, wird wieder in Ruhe genäht :-D

      Liebste Grüße
      Julia

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  4. Tolles Kleid! Und nur nicht hetzen lassen..im eigenem Tempo, nach eigenem Geschmack...wir bloggen doch weil es Spaß macht ;-)
    Liebe Grüße,
    Lee

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    1. Danke Lee...
      Ja das stimmt! Nur leider hab ich das die letzten Wochen irgendwie aus dem Auge verloren...
      Ich gelobe Besserung ;-)

      Liebe Grüße
      Julia

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  5. Ich lese das mit großer Erleichterung! Mir geht es ganz genauso wie euch. Das schönste an der Nähblogger-Entdeckung ist für mich aber die Inspiration, die ich daraus gezogen habe. Ohne euch hätte ich nie meine Schneiderliebe wiedergefunden. Ich hätte nie entdeckt wie toll das Nähen mit Covermaschine und Overlock ist, wie toll und einfach sich Jersey und CO. vernähen lassen! Danke dafür. Ich bin so nähglücklich!!! Liebe Grüße, Stefanie

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    1. Wenngleich es ein schweres Thema ist, so scheine ich ja doch den richtigen Nerv getroffen zu haben, sodass wieder alle ein Stückchen zusammenrücken können! Das freut mich sehr...

      Und ja, auch ich freue mich eigentlich immer über jedes genähte Werk! Sogar heute beim Wäsche aufhängen hab ich mich gefreut... So viele selbstgenähte Sachen an der Wäschespinne :-)

      Liebe Grüße
      Julia

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  6. Liebe Julia,

    schön, dass Du nicht aufgibts, ich finde Deinen Blog toll und Deine genähten Sachen sehe ich mir sehr gerne an. Dein Kleid ist übrigens sehr besonders, habe ich so noch nie gesehen, den Ausschnitt finde ich super!

    Was das Bloggen angeht - mir geht es auch manchmal so, ich komme mir manchmal so unperfekt vor und habe mich da auch eine zeitlang unter Druck gesetzt gefühlt. Von diesen tollen Fotos mit schönem Hintergrund und perfekter Ausleuchtung. Von neuen perfekten Werken, jede Woche. Davon, dass andere Blogs massenhaft Kommentare bekommen.... aber irgendwann habe ich mir auch gedacht, dass das Quatsch ist. Ich nähe ja nicht, weil ich unbedingt einen perfekten Blog haben möchte, sondern ich nähe, weil es mir Spaß macht, weil ich mich wahnsinnig freue, wenn meine Kinder sich über die selbstgemachten Sachen freuen, weil ich mich wahnsinnig darüber freue, wenn ich selbst mir ein Lieblingsteil erschaffen habe...
    Im "reallife" bekomme ich extrem viel Feedback. Das ist schön. Aber selbst ohne das würde ich nähen, einfach, weil ich so gerne nähe.

    Ich blogge weiter, weil ich meine genähten Sachen auch gerne zeige, weil meine Familie im weiteren Sinne und auch Freunde, die nicht in meiner Nähe leben, meinen Blog gerne anschauen und einfach, weil ICH mich dann nochmal doppelt über mein genähtes Werk (oder auch die anderen Dinge, die ich zeige) freue. Perfekt wird es bei mir nie sein. Auch ich habe ja 4 Kinder und vieles läuft mal schnell zwischendurch. Ich habe keine Zeit, stundenlang Fotos zu bearbeiten und auch keine Zeit, jede Woche ein neues Shirt zu nähen - ganz davon abgesehen, dass auch mein Kleiderschrank bei weitem nicht so groß ist und ich das auch einfach aus Gründen der Nachhaltigkeit ablehne.


    In diesem Sinne - weitermachen! Und nicht unter Druck setzen lassen! :)

    Liebe Grüße
    Lilo

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    1. Danke Lilo!!!

      Wie schön zu hören, dass es auch dir so geht...Das macht es irgendwie leichter, wenn man weiß, dass man nicht alleine rumgrübelt.
      Und am Ende will ja tatsächlich gar keiner perfekt, denn das Leben ist es auch nicht...
      Sondern "real-life" im virtuellen Raum!
      Na dann ran an die Nähmaschine... Und für mehr Authentizität im www

      Liebste Grüße
      Julia

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  7. Liebe Julia,
    überall ehrliche Worte - bei dir und den Kommentierenden, das tut der Seele gut!
    Wir stemmen im "echten Leben" nebenher ja alle auch noch eine Menge (Job, Familie, Kinder...)!! Dass die Priorität dann nicht auf regelmäßigen Nähergebnissen zulasten anderer Herzensangelegenheiten (z.B. Zeit zum Spielen mit den Kindern) gehen kann/ darf, empfinde ich als logisch.
    Mein Blog ist für mich eine Art Tagebuch geworden. Da ich ja nicht nur nähe, kommen zusammen genommen eine ganze Fülle an kreativen Ergebnissen zusammen, was mich für weitere Vorhaben motiviert. Gerade habe ich den Ansporn, etwas an meinen Kamerakenntnissen zu feilen, damit sie auch für Alltags-/ Urlaubsfotos etc. besser werden. Hierfür inspirieren mich andere Blogs.
    Herzlicher Gruß
    Carmen

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  8. Lass dich nicht stressen, liebe Julia. Ich habe deinen Blog erst kürzlich entdeckt und bin hängengeblieben. Ich mochte deine Fotos vor der petrolfarbenen Wand zusammen mit deinen süßen Babys, mir gefallen viele deiner Werke, aber vor allem mag ich deine Art zu schreiben.
    Mit meinem Blog geht es mir wie Frechmopsi. Es ist vor allem ein Tagebuch meiner Nähwerke, aber natürlich freue ich mich auch wenn andere vorbeischauen und einen netten Kommentar da lassen.
    Ansonsten muss ich sagen, dass bekannte Nähblogs oft ganz nett anzuschauen und manchmal auch zu lesen sind, aber echte Schätzchen habe ich bisher eher unter den kleinen Bloggern gefunden.

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  9. Das Kleid ist toll!:) Und auch die Art, wie du schreibst. Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen und mir geht es, wie auch den anderen, manchmal ähnlich. Aber trotzdem macht es mir irgendwie Spaß, meine genähten Sachen zu zeigen und mich von anderen Blogs inspirieren zu lassen. Gerade die Vielfalt macht es doch. Es ist für jeden etwas dabei und manche große Blogs sind doch gar nicht so schön und "echt". Ich freue mich, dass du uns deine Sachen zeigst. Ich werde mich mal noch ein Bisschen umschauen :)
    Viele Grüße,
    Kathrin

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